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Ich hab doch nur drei…

Habt ihr Leute schon mal sagen hören „Ich hab doch nur eins.“? Die Leute, die ich meine, beziehen diese Aussage darauf, dass sie nur ein Kind haben und zwar endgültig nur ein Kind, denn ihre Familienplanung ist abgeschlossen. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz schon gehört habe, aber es war sehr oft… Eltern sagen diese Worte aus unterschiedlichen Gründen, aber es geht letztendlich immer um das Gleiche – um dieses eine Kind, was sie ja NUR haben. Und dieses eine Kind erfüllt vielleicht nicht ihre Ansprüche, entspricht vielleicht nicht ihren Erwartungen, hat vielleicht nicht den Partner, den sie gern für ihr Kind hätten, studiert vielleicht nicht das Fach, was sie sich für ihr Kind gewünscht hätten oder ist vielleicht auch einfach nur nicht so glücklich, wie sie es sich für ihr Kind wünschen würden… Die Menschen, die diesen Satz sagen, bereuen nicht unbedingt, nur ein Kind zu haben, aber sie setzen all ihre Erwartungen, Hoffnungen und natürlich auch all ihre Liebe in dieses Kind und meinen, dass dieses Kind auch all das erfüllen soll, denn sie haben ja nur dieses Eine… In den Köpfen dieser Einzelkind-Eltern scheint der Glaube zu bestehen, dass Eltern von mehr als einem Kind ihre Hoffnungen, Ansprüche, Sorgen, Erwartungen & Liebe unter all ihren Kindern aufteilen und somit jedes Kind nur einen Teil zur Gesamtheit beiträgt. Ich, als Dreifachmama, muss dem strikt widersprechen und ehrlich gesagt hasse ich diesen Satz, denn er sagt nichts aus. Eltern von mehr als einem Kind haben genau die gleichen Erwartungen, Hoffnungen, Wünsche, Ansprüche und die gleiche Liebe – und zwar für jedes ihrer Kinder. Da gibt es nicht hundert Prozent, die unter den Kids aufgeteilt werden und zusammen ergibt es dann ein Ganzes. Nein – jedes Kind bekommt einhundert Prozent (also, mindestens!!!) Liebe und jedes Kind wird zu einhundert Prozent mit den sicherlich manchmal überzogenen Erwartungen der Eltern konfrontiert. Sie können sich nicht die Eltern-Erwartungen aufteilen und sie brauchen sich auf gar keinen Fall die Eltern-Liebe aufteilen! Die Mama einer Freundin hat mal gesagt: „Man ist immer nur so glücklich, wie sein unglücklichstes Kind.“ Sie selbst ist Mama dreier erwachsener Töchter und ich für meinen Teil würde diese Aussage sofort unterschreiben. Ich möchte, dass all meine Kinder zu gesunden und glücklichen Menschen heranwachsen, die stark und selbstbewusst sind und respektvoll, umsichtig und freundlich mit Menschen, Tieren und der Natur umgehen. Da „reicht“ mir nicht nur Einer, der vielleicht „überperformed“ und somit den Ausgleich für seine Geschwister macht. So einfach ist das leider nicht… Ich bin mir sicher, dass die Menschen, die diesen Satz sagen, nichts Böses im Sinn haben und sie wissen es ja auch nicht besser. Ihre ganze Welt ist in diesem einen Kind gebündelt und meine ganze Welt ist eben in meinen drei Kindern gebündelt. Da kann Einer das Unglück des Anderen nicht durch sein eigenes Überglück ausgleichen – in einer Familie müssen einfach alle überglücklich – oder zumindest glücklich sein – sonst ist es Keiner… Und deshalb antworte ich den Menschen, die diesen Satz sagen, gern „…und ich hab doch nur drei…“.

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